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4 Tage ohne Heizung

Tag 1: Vorweihnachtliche Überraschung mal anders.

Wenn du denkst es geht nicht mehr, geht immer noch was oben drauf, was dir die letzten Nerven raubt. 40 Fieber bei unseren 21-monatealten Zwillingsmädels hatte wohl noch nicht gereicht, um uns als Familie komplett ins Chaos zu stürzen, nein, es musste dann auch bei 5 Grad Aussentemperatur die Heizung unserer Mietwohnung ausfallen, eigentlich im ganzen Haus. Wer sich das Ausmaß des Chaos nicht vorstellen kann, ein kurzer Überblick:

  • Kinder können nicht zur Tagesmutter
  • sind also die ganze Zeit zu Hause in der kalten Bude, in 4 Kleiderlagen eingepackt
  • wir können unserer Arbeit nicht nachkommen
  • Vorweihnachtliche Besorgungen werden quasi unmöglich
  • Kurze, unruhige Nächte
  • Nerven liegen komplett blank
  • Kontaktabbruch zur Aussenwelt – man will ja niemand anstecken

Tag 2 & 3

Die Handwerker waren zwar bereits am zweiten Tag im Haus, haben entlüftet was das Zeug hält, die Heizung gluckerte die ganze Nacht, doch auch am dritten Tag in Folge waren wir umgeben von eisiger Kälte. Es war so brutal. Chaos hin oder her – innerlich blutete unser Herz, als wir unsere kleinen, vor Fieber glühenden Mädels im Arm hielten, so geschwächt und hilflos. Und dann noch diese Hausverwalterin. Als wir sie endlich am Telefon hatten und ihr mitteilten, dass wir frierten und endlich eine Lösung her muss, sagte sie doch allen Ernstes:

„Seien sie froh, sie sparen doch die Heizkosten.“

Ist das zu fassen?! Wie kann man nur so ignorant sein, so ohne jedes Feingefühl und Empathie für diejenigen, die im Winter in Räumen sitzen, in denen die Mieter ihren eigenen Atem sehen?!?! Mittlerweile lachen wir über den Spruch und nehmen ihn gern als „Icebreaker“, haha.

Tag 4: Die Gewissheit

Die Heizung ist kaputt und muss ausgetauscht werden. Nachdem wir als Hausgemeinschaft Druck ausgeübt hatten, wurden uns 2 Elektroheizungen zur Verfügung gestellt. Erst sollten wir nur eine E-Heizung für 84qm Wohnfläche bekommen – nochmal O-Ton unserer Verwalterin: „Warten sie doch erstmal ab, was sie da bekommen.“ Ganz ehrlich: Wir wussten genau was wir da bekommen – einen ganz normalen „Stromfresser“. Und so war es dann auch. Einer hätte niemals gereicht. Wir mussten genau überlegen, in welchem Raum wir heizen und wo wir uns die nächste Stunde aufhalten werden. Und dann, nach 4 Tagen wurde es dann tatsächlich warm und unsere Kids schliefen die erste Nacht wieder in normaler Montur.

Uns wurde übrigens ein Mietnachlass von 50€ gewährt – was ja Höchstens den Strom-Mehraufwand entschädigt.

Fazit

So heftig das ganze auch war … Wir haben uns entschieden diese krasse Situation zu nehmen, um darin auch etwas Brauchbares für uns zu suchen, nicht nur zu Meckern und zu Jammern, sondern vielleicht sogar etwas zu lernen …

Hier ein paar unvollendete Erkenntnisse …

  1. Als Familie sind wir viel stärker als wir dachten. Wir halten zusammen, egal wie dick oder kalt es auch kommen mag.
  2. Gruppenkuscheln mit unseren Zwillingsmädels erzeugt die angenehmste Wärme überhaupt, ist ressourcenschonend und klimaneutral 😀
  3. Habe immer genügend Mandarinen im Haus – unser Winterzeit-Dauerbrenner
  4. Heizungsausfälle sind super Gelegenheiten, um in ein Elterncafé zu flüchten. Wir nehmen immer gerne die Krümelounge in Essen-Werden.
  5. Manche Hausverwalterinnen sollten besser in den Comedy-Sektor wechseln
  6. Wir können für so vieles „Selbstverständliches“ dankbar sein: Wärme im Winter, Licht im Dunklen, ein Korb voller Mandarinen, Familie sein, Elterncafés, Sitzheizung im Auto, …

Ist dir auch schon mal Ähnliches passiert. Wie hast du das durchgestanden und was hast du daraus für dich lernen können? Lass uns daran teilhaben, und schreibe uns ein Kommentar, wenn du magst. Wir freuen uns über jeden Einblick in deine Krisensituationen 😀

Wir wünschen euch Frohe Weihnachten!
Kaddi, Robin, Lene und Anna

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