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Selbstversuche mit der Achtsamkeit

Kennst du das? Irgendetwas stimmt nicht. Du weißt nicht genau was. Du merkst einfach, dass du dich nicht mehr leicht und gut gelaunt fühlst, wie einen Tag oder ein paar Stunden zuvor. Ganz plötzlich ist dir eine Laus über die Leber gelaufen. Dann redest du dir ein, dass du einfach einen schlechten Tag hast oder mit dem falschen Bein aufgestanden bist. Das passiert dir öfters. Du hast halt Stimmungsschwankungen, die kommen und gehen. Ganz normal.

Es könnte aber auch daran liegen, dass du in solchen Momenten nicht achtsam mit dir selbst umgehst und die Signale, die dir deine Seele sendet, nicht richtig deutest bzw. deuten gelernt hast.

Ich spreche hier im Grunde von mir selbst. Das ist sozusagen mein täglich Brot. Ich musste daran unbedingt was ändern und bin dabei über das Modewort „Achtsamkeit“ gestolpert. Kommt man ja im Moment nicht dran vorbei – es gibt sogar Achtsamkeit-Apps. Da ich ein Freund des Experimentierens bin, hab ichs einfach mal ausprobiert und muss sagen, dass es mir enorm geholfen hat, ab und zu mal innezuhalten. Es geht im Prinzip um Aufmerksamkeit.

„Achtsamkeit ist eine Qualität des menschlichen Bewusstseins, eine besondere Form von Aufmerksamkeit. Es handelt sich dabei um einen klaren Bewusstseinszustand, der es erlaubt, jede innere und äußere Erfahrung im gegenwärtigen Moment vorurteilsfrei zu registrieren und zuzulassen.“ Fachzentrum für Achtsamkeit

Jeder Mensch hat bestimmte Dinge, die ihm wichtig sind. Dinge, die bereichernd sind und einem das Leben lebenswert erscheinen lassen. Die Tasse Kaffee am Morgen, die man ganz in Ruhe trinkt, bevor die Kinder aufstehen, oder ein gutes Gespräch mit einer Person, die man schon lang nicht mehr gesehen hat. Ich denke, du weißt was ich meine. Für jeden Menschen ist das auf jeden Fall anders. Mit manchen dieser Positivfaktoren kommt man eventuell täglich in Verbindung, wie z.B. der Duft deines Lieblingsduschgels, welches so erfrischend und sinnlich duftet und einfach zu deinem guten Start in den Tag gehört. Eventuell ist es aber auch so, dass dein Leben sich auf einmal durch einen Lebensumstand gewandelt hat, und dieses Stück Lebensqualität plötzlich keinen Platz mehr bei dir findet.

Um mal ein Beispiel aus meinem Leben zu schildern: Noch vor Kurzem fuhr ich 3 Mal in der Woche mit dem Zug etwa 40 Minuten lang zur Arbeit. Die Zeit hab ich genutzt, um ermutigende Podcasts zu hören und Bücher zu lesen. Nach der Fahrt war ich motiviert und gut gelaunt. Jetzt arbeite ich wieder im Home-Office und lese wieder weniger und höre keine Podcasts mehr. Mir ist aufgefallen, dass mir morgens etwas fehlt und ich nicht genau sagen konnte, was es ist. Bei einem Gespräch mit meiner Frau ist uns beiden aufgefallen, wie sehr wir doch jeder für sich manchmal Zeit brauchen, und dass ich die Zeit im Zug dafür echt hilfreich fand. Und Tadaaa: Da war es auf einmal klar, was fehlt und auf meine Stimmung drückt, nämlich Zeit alleine – 30-40 Minuten würden schon reichen, um eine grundlegende Verbesserung herbeizuführen. Zwar ist Zugfahren jetzt nicht mehr drin, aber ich werde mich auf die Suche nach einer Alternative machen.


Ich hab dann aber auch mal tiefer in mir nachgebuddelt. Gerade als Familienvater ist es wichtig für mich und meine Liebsten auch auf mich selbst zu achten – gute Laune ist ansteckend und macht vieles leichter. Mein Zwischenstand: Insgesamt sind es 7 Faktoren, die dazu beitragen, dass ich mehr Lebensenergie hab. Die sind natürlich wie gesagt bei jedem anders, aber hier mal meine persönliche „Das muss einfach drin sein“-Liste:

  1. Zeit in Gemeinschaft: am liebsten mit meiner Frau, meinen Kindern und guten Freunden

  2. genügend Schlaf (aaarghh!! Zugegeben: das fällt mir echt schwer, zeitig ins Bett zu gehen)

  3. Sport (und wenns nur kurz mit der 7-Minuten-App ist)

  4. Zeit für mich: Musik machen, meditieren, entspannen

  5. gesund Essen, leckere, abwechslungsreiche Smoothies, wenig Süßes, aber auch mal was liefern lassen

  6. dankbar sein und Gott danken (für so krass vieles)

  7. Ein guter Arbeitstag mit vielen abgehakten To-Do’s

Manchmal ist es so, dass schon ein Streit mit meiner Frau (ja wir streiten uns und das ist gut so), dazu führen kann, dass alles bei mir wegbricht. Deshalb steht dieser Punkt an erster Stelle. Meine Familie ist mir sehr wichtig und ich hab herausgefunden, dass ich ein verkappter Harmoniemensch bin. Konflikte oder Unausgesprochenes gehen bei mir in Mark und Bein. Deshalb hab ich mich irgendwann dazu entschieden, inneren Konflikten nachzuspüren und Unklarheiten anzusprechen. Das ist hart, aber ist für alle Beteiligten das Beste. Frei nach dem Motto: Ein Gewitter reinigt die Luft.

Wie ist es bei dir: Kennst du die Bereiche in deinem Leben, anhand du auf deinem Stimmungsbarometer messen kannst, ob es dir wirklich gut geht?

Ich hab hier mal eine kleine Checkliste für dich zusammengestellt, um diesen Bereichen auf die Schliche zu kommen. Ganz kostenlos und extra für dich.

kostenlose Checkliste

Mein Stimmungsbarometer – Checkliste

Wenn du magst, kannst da ja mal berichten, welche kleinen und großen Dinge zu deinem Wohlbefinden beitragen. Ich freu mich von dir zu hören!

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